Liebe Freunde des Quirlaer Faschings,

ein Zitat der Astrid Lindgren, aus Ronja Räubertochter, trifft unsere letzten Vorstandssitzungen genau auf den Kopf:

„Lange saßen sie dort und hatten es schwer, doch sie hatten es gemeinsam schwer und das war ein Trost. Leicht war es trotzdem nicht.“

Wir haben uns dazu entschlossen, alle Veranstaltungen unserer 36.Saison im Januar 2021 abzusagen.

Es ist zum einen für einen Verein, wie unseren, ein untragbares finanzielles Risiko und zum anderen, das noch viel schlimmere, ein unkalkulierbares strafrechtliches Risiko, was keiner von uns gehen kann und gehen möchte.

Die letzten 4 Monate haben wir alle gemeinsam und doch jeder für sich durchlebt, und jeder weiß um die momentane Situation, die zugegeben, wieder etwas entspannter geworden ist. Aber der Schein trügt. Hinsichtlich Covid19 liegen wir in Deutschland nach aktuellen Studien bei einer maximalen „Durchseuchungsrate“ von maximal 5%, d.h. erst sehr wenige Leute sind, wenn überhaupt, immun.

Vor uns liegt nun die Urlaubszeit, Reisen stehen an, Leute kommen wieder mit einander in Kontakt. Nach den Ferien steuern wir rasant auf den Herbst zu. Das Wetter wird schlechter, die Erkältungszeit beginnt und damit die Probleme für geplante Feiern im Winter, in geschlossenen Räumen und vor allem, mit üblicher Weise, sehr vielen Menschen auf engem Raum.

Egal wie eine Entscheidung der Bundesregierung aussehen wird (im Moment sind derartige Veranstaltungen noch komplett verboten), es wird definitiv das Gebot über das Einhalten eines Mindestabstandes bleiben.

Hier sehen wir uns schon nicht in der Lage, das Training unserer Tanzgruppen, welches spätestens nach den Sommerferien beginnt, in der notwendigen Art und Weise durchzuführen, geschweige denn eine Veranstaltung so, wie ihr sie von uns kennt.

Es mag Veranstaltungen geben, die in der Art von Karnevalssitzungen auf einem bestuhlten Saal abgehalten werden: Jeder, der schon einmal bei uns gewesen ist, weiß, dass am Ende in Quirla keiner mehr sitzt, sondern auf den Tischen gestanden und getanzt wird, wie es an den Bars, auf der Tanzfläche und im beheizten Zelt zugeht.

Eine Limitierung der Gäste auf ein Maß, das den Verordnungen entsprechen würde, kommt für uns nicht in Frage. Das wäre nicht der Fasching, den ihr, den wir kennen und lieben gelernt haben.

Zu dem schweben wir immer in Gefahr, dass sich von heute auf morgen die komplette Situation ändert und wir vielleicht gut vorbereitet, bereits eine große Summe Geld investiert haben und einen Tag vor der Veranstaltung die Nachricht erhalten, dass die Veranstaltung nicht durchgeführt werden darf.

Ein weiterer, für uns, nicht zu unterschätzender Aspekt ist das geringe Konsumverhalten der Menschen. Wie z.B. die OTZ am 08.07.20 berichtet, beklagen sich nicht nur die Freibäder, dass der erwartete Besucherstrom ausbleibt. Gerade die etwas älteren unter uns, die zur Risikogruppe zählen, sind in diesen Tagen sehr vorsichtig, was ihre Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen betrifft.

Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir viele Gäste dieser Altersgruppe jährlich auf unseren Veranstaltungen begrüßen dürfen und könnten uns ein Feiern ohne sie, ohne euch, nicht vorstellen.

Aufgrund der Corona-Hygieneregeln hat unser Kindergarten z.T. unser Dorfgemeinschaftshaus, den Ort unserer Veranstaltungen, bezogen. Da keiner von uns absehen kann, wie sich die Pandemie im Herbst entwickelt, gehen wir davon aus, dass dieser Zustand gegebenenfalls über das Winterhalbjahr aufrecht erhalten werden muss, um allen Eltern die Chance zu geben, arbeiten zu gehen, um das tägliche Einkommen zu sichern und nicht zuletzt die weitere Talfahrt der Wirtschaft zu verhindern.

Euch sei zugesichert, dass wir unser Vereinsleben, so gut es nur irgendwie geht, aufrechterhalten werden, die Zeit nutzen, um für euch neue Pläne zu schmieden, die wir euch dann froh und munter 2022, zu unserer 37. Saison, präsentieren werden.

Keiner von uns hat diese Situation verursacht: die Planung unserer Saison beginnt aber genau jetzt und jetzt ist, bei allen bekannten Fakten und mit etwas Weitblick, die Durchführung der Veranstaltungen einfach nicht möglich.

Wir würden uns nie verzeihen, euch oder eines unserer Mitglieder mit geballter Unvernunft in Gefahr gebracht zu haben, ganz abgesehen von den strafrechtlichen Folgen, die 6 Personen des Vorstandes, komplett ehrenamtlich, noch Jahre tragen müssten, wenn von den Veranstaltungen schon lange keine Rede mehr ist.

Wir hoffen, ihr versteht unsere Entscheidung und freuen uns auf „volle Tische“ im nächsten Jahr.

Eure Quirlaer Faschingsgesellschaft